Zeitungsartikel am Mittwoch, 25. August 1999 in den Oberpfälzer Nachrichten Weiden i.d.OPf

Die Fürsten von Lobkowicz besuchten den Fahrenberg  

Marktgemeinde Waldthurn bereitete den Gästen feierlichen Empfang / Besuch im St. Josefsheim und in Wallfahrtskirche

Von Störnstein kommend haben am Wochenende Nachkommen aus dem Geschlechte der Lobkowitzer die Marktgemeinde Waldthurn und den Fahrenberg besucht. Sie blieben drei Tage lang in Störnstein und nahmen dort an den Feierlichkeiten zur zehnjährigen Wiedergründung der Lobkowitz-Grenadier-Garde teil.

Der Vorsitzende der Garde, Hans Grünauer, brachte die hohen Gäste, die Bürgermeister Franz Bergler mit einigen Markträten im großen Sitzungssaal des Rathauses festlich empfing. Gekommen waren Fürstin Gabrielle von Lobkowicz, Fürst Jaroslav von Lobkowicz, Prinzessin Elisabeth von Lobkowicz und Gräfin Dobrensky - von Lobkowicz. Bergler begrüßte die hohen Gäste und brachte seine Freude über deren Besuch zum Ausdruck. Man habe sich zum letzten Mal bei der Feier des Waldthurner Heimatfestes im Jahre 1992 gesehen und es sei erfreulich, dass die damals geknüpften Kontakte bestehen blieben und auch halten. Den gräflichen und fürstlichen Damen wünschte Bergler weiterhin Gesundheit, dem Fürsten Jarosvlav viel Erfolg in seiner Arbeit als Abgeordneter des tschechischen Parlamentes in Prag und als Stadtrat in Pilsen. Bergler hatte eine kleine Ausstellung aus der Zeit der Lobkowitzer im Foyer des Rathauses aufgebaut, die viel Anerkennung fand. Dabei durfte das "Prager Jesulein" nicht fehlen. Nach dem Eintrag ins "Goldene Buch des Marktes" fuhr man mit den Gästen zum Pfarrheim (ehemaliges Lobkowitzer Schloss) und besuchte auch das St. Josefsheim. Dort hieß Schwester Hadeline die Gäste und Vertreter des Marktes willkommen. Sie erinnerte daran, dass das Schloss früher als Schwesternheim gedient habe. Seit dem Neubau des St. Josefsheims befinde sich die Hauskapelle im neuen Heim und sie zeigte das schmucke Hauskirchlein mit dem wertvollen, kleinen Akanthusaltar, der vor noch nicht langer Zeit wieder an die Pfarrei zurückgegeben worden sei.

Orgelspiel zur Begrüßung
Nun führte der Weg zum Fahrenberg. Organist Josef Führnrohr begrüßte in der Wallfahrtskirche die Besucher mit festlichem Orgelspiel. Katechet Josef Greil unterstrich, dass das Jahr 1656 ein Segen für die Gemeinde gewesen sei, denn damals kaufte Wenzl Eusebius, Fürst von Lobkowitz auch die Herrschaft Waldthurn, nachdem ihm schon Störnstein-Neustadt gehörten. "Ich grüße Euch in Ihrer Kirche" so Greil wörtlich, denn diese Kirche sei mit dem Geschlecht der Lobkowitzer eng verbunden. Damals habe man das Wort geprägt: "Wenn einer vom Himmel fällt und fällt ins Waldthurner Land, dann hat er nichts verloren". Er wies in diesem Zusammenhang auf die langjährige, tatkräftige, finanzielle Unterstützung der Lobkowitzer für die Wallfahrtskirche hin. Mesner Josef Riedl hatte auch die zwei noch vorhandenen Votiv-Pyramiden, ein Geschenk der Lobkowitzer im 17. Jahrhundert, zur Ansicht gebracht.

Erinnerungen ausgetauscht
Mit zum Höhepunkt zählte ein altes böhmisches Wallfahrtslied, das Katechet Greil mit Orgelbegleitung vortrug. Während des gemeinsamen Mittagmahles beim Gipfelwirt wurden dann Erinnerungen ausgetauscht. Bürgermeister Bergler, zweiter Bürgermeister Alfred Troidl, dritter Bürgermeister Josef Beimler und Marktrat Werner Wagner unterhielten sich mit den Gästen, denen der Besuch viel Freude bereitete. Fürst Jaroslav brachte es bei seinen Dankesworten zum Ausdruck. Obwohl sein Geschlecht seit dem Jahre 1807 nicht mehr in der Oberpfalz präsent sei, zeige die Bevölkerung und deren kommunale Vertreter eine Zuneigung, die nur durch deren hohes Geschichtsbewusstsein zu erklären sei, lobte er.




Zeitungsartikel am Mittwoch, 25. August 1999 im Weidener Wochenblatt

Elisabeth Fürstin von Lobkowicz übergab Urkunden

Adeliges Großaufgebot anlässlich des Doppeljubiläums der Störnsteiner Grenadier Garde. Die Nachfahren derer von Lobkowitz, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die "Grafschaft Sternstein" regierten, gaben sich die Ehre und wohnten dem Festakt im Saal des Bezirkskrankenhauses Wöllershof und auch dem farbenprächtigen Festumzug in der Gemeinde Störnstein bei. Elisabeth Fürstin von Lobkowicz ließ es sich denn auch nicht nehmen, zwei verdiente "Gardisten" zu ehren und die entsprechenden Urkunden zu überreichen. So wurde der langjährige erste Vorsitzende und Mitbegründer der Garde, Felix Völkl zum Ehrengardisten und Vereins-Schriftführer Hans Härtl junior zum Hochfürstlichen Lobkowitzischen Grenadierschreiber ernannt. Zu diesen Beförderungen gratulierten auch Störnsteins Bürgermeister Konrad Kraus und der erste Vorsitzende der Garde, Johann Grünauer.