Zeitungsartikel am Dienstag, 24. August 1999 in den Oberpfälzer Nachrichten Weiden i.d.OPf

Festakt als Verneigung vor Geschichte der Lobkowitzer  

Empfang für die einstige Herrscherfamilie und historische Garden

Wie man Jubiläen würdigt, bewies Bürgermeister Konrad Kraus am Samstag beim Empfang der Gemeinde Störnstein für die Lobkowitzische Grenadier Garde Störnstein im Festsaal des Bezirksklinikums in Wöllershof anlässlich der Gründung vor 250 und der Wiedergründung vor zehn Jahren.

Im geschmückten Festsaal begrüßte Bürgermeister Konrad Kraus die vielen Gäste und Ehrengäste, Vereinsvertreter und die Mitglieder der Grenadier Garde. Sein besonderer Gruß galt den Mitgliedern des Hauses Lobkowicz, den Ehrenschirmherren Landrat Simon Wittmann und Staatsminister a. D. August Lang und der Ehrenschirmherrin Gabrielle von Lobkowicz. "Die 850 Jahre alte Gemeinde Störnstein ist reich an Geschichte, Kultur und Tradition. Dazu gehört auch der Gemeindeteil Wöllershof, deshalb wurde auch der Festsaal hier für diesen Empfang ausgewählt. Zwei Tage lang wird die Gemeinde mit den Grenadieren ihr Gründungs- und Wiedergründungsjubiläum feiern. Es wird eine historische, kulturelle Reise mit vielen Erinnerungen", sagte Kraus.

Verneigung vor der Geschichte
Dieser Festakt sei ein Verneigen vor der Geschichte der Lobkowitzer und ihrer Garde. Die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit sei die Grundlage für die Gestaltung der Zukunft. Die Wiedergründung der Grenadier Garde habe einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, der Kultur und der Geschichte der Gemeinde. Eine Gesellschaft ohne diese Werte verliere ihre Seele und deshalb werde mit dem Jubiläumsfest in zwei Tagen Geschichte gefeiert, aber auch wieder neue Geschichte geschrieben.

Nur der Papst hat noch eine eigene Garde
Bischof Frantisek von Lobkowicz meinte, es sei ihm eine besondere Freude "seiner Grenadier Garde" zum Geburtstag zu gratulieren. Neben dem Papst habe nur er eine "eigene Garde". Dies hat seinen Ursprung in der Fahnenweihe, die ich vor acht Jahren durchführen durfte. Damals habe er gesagt, ab heute seid ihr meine Leibgarde. Die Grenadiere in Störnstein hätten diesen Gedanken aufgenommen und seit dieser Zeit sei ein intensiver Kontakt zustande gekommen. "Diese kleinen Freuden der Tradition braucht unsere Welt, um sie schöner zu machen für den Menschen", sagte Bischof Lobkowicz. Bezirksrätin Marianne Rauh gratulierte im Namen des Bezirks und des Bezirkstagspräsidenten Rupert Schmid. Die kulturellen Besonderheiten und die heimatliche Tradition müssten gepflegt und erhalten werden und dazu trage die Grenadier Garde bei. Mit ihren Kontakten nach Tschechien habe sie auch viel für die Völkerverständigung getan. Als geeigneter Rahmen für ein kleines, aber feines Jubiläum sei dieser Festsaal genau die richtige Umgebung, meinte Landrat Simon Wittmann. Eine Zukunft ohne Vergangenheit gebe es nicht. "Das Bekenntnis zur Geschichte der Lobkowitzer, die Identifikation mit unserer Region und unserer Landschaft hat sich die Grenadier Garde auf die Fahnen geschrieben und so sind sie ein Teil unserer Nordoberpfälzer Heimat". Bernhard Knauer von den Lobkowitzfreunden Neustadt gratulierte der Grenadier Garde zu ihrem Jubiläum. Er unterstrich, dass mit dem Namen Lobkowitz drei Gemeinden, Neustadt, Waldthurn und Störnstein, verbunden seien. Er übergab an Konrad Kraus eine Stammtafel der Lobkowitzer.

Geschenke ausgetauscht
In kurzen Worten ließ Vorsitzender Johann Grünauer die noch junge Geschichte der Störnsteiner Grenadier Garde nach der Wiedergründung Revue passieren. Einen besonderen Dank richtete Kommandant Jürgen Völkl an die Gemeinde für die Unterstützung und die Ausrichtung dieses Ehrenempfangs. Als Dank erhielt Konrad Kraus stellvertretend für die Gemeinde von Kommandant Jürgen Völkl den Zinnbecher der Grenadiere. Kraus übergab seinerseits an alle Mitglieder des Hauses Lobkowicz, alle Grenadiere und Hans Härtl einen Wimpel mit dem Familienwappen der Lobkowitzer. Nach der Bayernhymne, gespielt von der Störnsteiner Blasmusik, trugen sich die Anwesenden ins Gästebuch der Gemeinde ein.